Sensorfortbildung bei Wenglor

Wer glaubt, Elektrotechnik sei nur etwas für hochqualifizierte Ingenieure, der irrt. Schönster Beweis: Die Robotics AG des Montfort-Gymnasiums Tettnang. Die Schüler und Schülerinnen der Klassen 6 bis 10 sowie der Kursstufe I und II basteln seit vielen Jahren fleißig an neuen Robotern, die mit modernster Sensortechnologie bestückt sind. Ausgestattet und unterstützt werden die wissbegierigen Nachwuchstüftler dabei vom Tettnanger Sensorenhersteller wenglor sensoric GmbH, der damit schon früh die Technikbegeisterung bei Jugendlichen weckt.

Es ist Freitagmittag in der wenglor-Zentrale im Tettnanger Gewerbegebiet Oberhof. Eine Gruppe von 17 Schülern tüftelt im großen Konferenzraum akribisch an mehreren komplexen Versuchsaufbauten. Wo normalerweise gestandene Vertriebsingenieure und Entwickler an den Innovationen von morgen basteln, lernt nun die Robotics AG des MGTT diejenigen Sensoren kennen, die sie in ihren Robotern verbaut haben. Schließlich sind die wenglor-Lichtlaufzeitsensoren die wichtigsten Sinnesorgane der Roboter und müssen im Zusammenspiel mit Steuerung und Aktoren reibungslos funktionieren – auch unter Druck bei Wettkämpfen.

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Kompaktes Design: Um optimal zu funktionieren, müssen die Sensoren ins Gehäuse der Roboter integriert sein.

Nicht nur einbauen und nutzen, sondern lernen und verstehen lautet die Devise bei den umfangreichen Produktschulungen. Die als Referenten eingesetzten wenglor-Azubis und DHBW-Studenten erläutern dabei nicht nur die physikalischen Grundprinzipien, sondern auch detaillierte Funktionsweisen und technische Eigenschaften mehrerer Sensorarten. Mit diesem Wissen können die Schüler nun ihre nächsten Roboter planen und entwickeln.

 

Zum Einsatz kommen die High-tech-Geräte der Gymnasiums-AG vor allem bei Fußballwettkämpfen oder bei Hindernisparcours – da ist eine intelligente Orientierung unumgänglich. Und kreative Visionen für innovative Roboter gibt es zuhauf. Basteln die älteren Schüler schon an „echten“ Robotern, lernen die jüngeren zunächst spielerisch mit der Roboterserie „Lego Mindstorms“ des dänischen Spielwarenherstellers Lego umzugehen.

„Schüler haben tolle Ideen und fangen begeistert an, neue Roboter zu bauen. Die immer wieder auftretenden Probleme zu analysieren und zu eliminieren macht dann aber deutlich weniger Spaß“, erzählt AG-Leiter und MGTT-Lehrer Stefan Bernhardt. „Da wird ein wenig herumprobiert, dann kommen völlig neue Ideen und es werden neue Roboter gebaut - mit neuen Problemen.

Aber letztlich zählen das Interesse und die Begeisterung für Technik und IT. Und davon haben die Kids jede Menge.“ Neben Bernhardt betreuen mit Ursula Piontek und Hans Kasimir zwei ehrenamtlich engagierte Eltern die rund 60 Schüler zählende Gruppe. Beide unterstützen die AG nicht nur mit ihrer Zeit, sondern auch mit ihrem Know-how als Programmiererin bzw. Ingenieur.

Für wenglor ist die umfangreiche Förderung und Unterstützung der Robotics AG allerdings kein Einzelprojekt. So zählen beispielsweise die Kooperationen mit der Realschule Tettnang („TECacademy“), der Wirtschaftsförderung Bodenseekreis („Wissen was geht“), der Humpis Schule Ravensburg („Global Studies“) und viele mehr zu den zentralen Bildungsschnittstellen des Unternehmens. Aber nicht nur in der Bodenseeregion, sondern auch im Ausland engagiert sich wenglor für die Ausbildung von Fachkräften. So wurde dem Lehrstuhl für Ingenieurwesen der Lucian-Blaga-Universität im rumänischen Sibiu (Hermannstadt) im Juni 2013 eine gesamte Laborausstattung gesponsert. Neben Oszilloskopen gehörte auch eine Leiterplattenfräsmaschine zur Spende an die Universität. Gelohnt hat sich diese Investition für beide Seiten aber schon jetzt: Bereits über 70 Prozent aller Mitarbeiter der Entwicklungsabteilung am rumänischen Produktions- und Entwicklungsstandort sind Absolventen der traditionsreichen Lucian-Blaga-Universität. Die Strategie geht also auf.

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Beeindruckend: Insgesamt 17 Schülerinnen und Schüler lernen die Welt der Sensortechnik bei wenglor kennen.

Fruchtbare Engagements wie mit dem Tettnanger Montfort-Gymnasium oder der Lucian-Blaga-Universität gehören einerseits zur sozialen Verantwortung, die das Tettnanger Unternehmen für seine Mitmenschen übernimmt und andererseits zur Firmenstrategie, junge Menschen schon früh in die Welt der Sensoren mitzunehmen. „Es macht uns eine große Freude, technikbegeisterte Jugendliche zu fördern“, betont wenglor-Geschäftsführer Rafael Baur. „Aber nicht nur das Engagement und die Euphorie der Schüler und Studenten überzeugen uns, sondern auch die beachtlichen Ergebnisse aller Bildungskooperationen - seien es die Erfolge der Robotics AG oder die schulischen und akademischen Leistungen - bestätigen uns in unserem Tun.“

Text: Fabian Repetz/ wenglor
Bildhinweis: Fabian Repetz/ wenglor

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