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Poetry-slam-workshop im Jugendhaus Tettnang

Verfasst von Cornelia Haring-Breitwieser am . Zuletzt aktualisiert am 16. November 2014

Poetry-slam-workshop im Jugendhaus Tettnang

Am Freitag, 14.11.14, nahm die Klasse 9d aus dem Montfort-Gymnasium mit ihrer Deutschlehrerin an einem halbtägigen poetry-slam-workshop im Jugendhaus Tettnang teil, der von dem Profi-Slammer Tobi Heyel geleitet wurde. Der workshop, zu dem Jugendhaus-Chefin Sonja Seel eingeladen hatte, fand anlässlich der zweiten Jugendkulturwoche 2014 statt und wurde unterstützt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms „Kunst öffnet Welten“.

Tobi Heyel begann mit der Frage, was poetry slam eigentlich sei, nämlich eine Art Dichterwettkampf. Entstanden 1986 gibt es heute in jeder größeren Stadt poetry-slam-Veranstaltungen; hier in der Gegend existiert in Ravensburg eine aktive Szene von Poeten, die sich regelmäßig aneinander messen. Man könne vier verschiedene Textarten unterscheiden: klassische Lyrik, Rap-Poeten, spoken word und Prosapoeten, sogenannte story teller. Tobi Heyel stieg in die Materie ein, indem er einen spoken-word-Vortrag zum Thema „Trübsal“ darbot und anhand von Filmmaterial noch weitere Impulse setzte, bevor die Klasse daran ging, selbst dichterisch tätig zu werden. Bei dem Auftrag, ein schlechtes Gedicht zu schreiben, entstanden eine ganze Reihe bemerkenswerter Texte – und beileibe keine schlechten. Tobi Heyel gab handwerkliche Tipps bezüglich des Schreibens und des Vortrags, bevor er eine neue Runde an Themenvorschlägen eröffnete. Wahlweise konnte man Voyeur spielen, also draußen eine Person beobachten und einen Text schreiben, woher diese Person kommt, was sie gerade tut und wohin sie geht. Wer sich durch Bildkarten inspiriert fühlte, wählte eine oder mehrere und schrieb darüber. Die dritte Möglichkeit bestand darin, aus einer vorher gemeinschaftlich erstellten Stichwortsammlung vier Zettel auszuwählen und daraus eine Geschichte zu basteln: 1. Ein Filmtitel, z. B. „Allein im Wald“, „Krieg im Osten“, „Die Vampirbrüder“; 2. Ein Ort, z. B. Klo, Regenwald, Las Vegas; 3. Ein Problem, z. B. Flugzeugabsturz, psychische Probleme, Umzug und 4. Was man schon immer sagen wollte, z. B. Kiffen macht dumm, Birne!, Ich liebe dich!. Die Schüler und Schülerinnen vertieften sich allein oder im Team in die Schreibarbeit und boten von Tobi Heyel begleitet und ermutigt tolle Produktionen.

Zum Abschluss lud Frau Seel zum Nudelessen ein und die Schüler und Schülerinnen verließen das Jugendhaus mit vielen neuen Ideen, wie man Persönliches ausdrücken kann, das in einem schlummert. Vielleicht liebäugelt der eine oder die andere damit, die eigenen poetry-slam-Künste weiterzuentwickeln und in absehbarer Zeit auf einer öffentlichen Bühne zu zeigen. Falls das so ist, gibt es die Möglichkeit, an einem Nachmittag im Dezember bei Tobi Heyel einen weiterführenden workshop zu besuchen.

Cornelia Haring-Breitwieser

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