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Fridays for Future

Verfasst von Cornelia Breitwieser am . Zuletzt aktualisiert am 28. Mai 2019

Im Fach Deutsch beschäftigt man sich immer wieder mit Autoren und Autorinnen, die Elend und Leid in verschiedenen Epochen beschreiben, kritisieren und ihr Lesepublikum somit einladen, sich eine bessere Zukunft vorzustellen und vielleicht auch dafür zu kämpfen. In der Klasse 9a entstand die Idee, es diesen Literaten und Literatinnen gleich zu tun und sich schreibend mit aktuellen Problemen unserer Zeit auseinanderzusetzen. Viele junge Menschen sind besorgt über den Zustand der Erde; Jugendliche haben daher die Fridays-for-Future-Bewegung initiiert. Am 15. März fuhr eine Abordnung der Klasse 9a zum Demonstrieren nach Ravensburg. In diesem Zusammenhang entstand eine ganze Reihe von Texten, in denen die Themen Klimawandel und Umweltschutz auf verschiedene Weise verarbeitet worden sind und die im Klassenzimmer hängen (s. Foto). Die gesamte Schülerschaft der 9a ist mit großer Mehrheit dafür, ihre Ideen auch über das eigene Klassenzimmer hinaus zur Diskussion zu stellen. Im Folgenden finden sich einige dieser Texte, die zum Nachdenken und zu einer Veränderung der Einstellungen anregen möchten.

Cornelia Breitwieser (Deutschlehrerin der 9a)

 

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#fridaysforfuture

Weil niemand etwas unternimmt
Und Geld die Welt bestimmt
Gehen wir auf die Straße
Auch wenn es im Regen ist kein Spaß
Wer sich nun ein Urteil anmaße
Der soll sich mal überlegen, was bedeuten für unsere Welt Autoabgase
Denn Klimawandel ist keine jugendliche Phase
Egal wie sich jeder Politiker noch weiter aufblase
Und wenn wir weiter wegschauen bleiben wir ein Angsthase
Und produzieren weiter nur Abgase

Weil niemand etwas unternimmt
Der Ozean aber immer weiter emporklimmt
Gehen wir auf die Straße
Zusammen als Menschenmasse
Verlassen wir jeder unsere Schulklasse
Und protestieren auf offener Straße
Unterrichten mal die menschliche Rasse
über unser verschwenderisches Ausmaße

Weil niemand etwas unternimmt
Und wir keine Angsthasen sind
Gehen wir auf die Straße
Und zwar nicht zum Spaße
Auch wenn fast jeder sich das zu behaupten anmaße
Denn wir sind hier, wir sind laut
Weil ihr uns die Zukunft klaut
Und einfach nur zuschaut
Weiter Kohle abbaut
Während die Antarktis auftaut

Luisa Leibensberger, 9a


W i r f ü r d e n R e s t d e r W e l t

„Wir sind hier und wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ schallt es in meinen Ohren wieder und der Regen prasselt auf den Asphalt nieder. Unsere Heimat bald zerstört und trotzdem nicht gehört, stehen wir hier, hier wegen Dir. Du gabst uns unsere Existenz, uns das Gefühl zu leben und immer alles zu geben. Doch ohne Hoffnung und ohne Perspektive haben wir denn überhaupt eine Alternative? NEIN! Denn es gibt nur diese eine Welt, welche für uns alles zählt. Zusammen sind wir stärker, stärker als jeder Berserker. Wir laufen immer weiter, weiter und weiter und die Zahl an Menschen wird immer breiter. Mit dem Strom zu schwimmen und allen Problemen der Welt zu entrinnen, kann einfach sein, doch irgendwann bist auch du allein. Allein im unfassbaren Universum der Entscheidungen, in dem eine einzige Sekunde Jahrtausende bedeuten kann. Doch noch bin ich nicht allein und ich entscheide mich nicht irgendwann, ich bin DAGEGEN von meiner Zukunft und Dir Abschied zu nehmen. Du bist unser Wunder, durch Dich ist das Leben einfach bunter und darum haben wir die Pflicht, auch angesichts der bitteren Kälte und im stärksten Regen, hier zu stehen, um für Dich ALLES zu geben.

Renee Kroesen, 9a


 

Die Erde – Unsere Heimat
„Do you really want to hurt me?“

“Do you really want to hurt me?” ist ein Lied, das einen traurigen Ursprung hat.

Boy George, Sänger der Gruppe „Culture Club“, wurde in den frühen 1980er Jahren von gewalttätigen Polizisten festgenommen und im Gefängnis schwer misshandelt und verletzt. Vor Gericht fragte der Richter die Polizisten: „Did you really want to hurt him?“ („Mussten Sie ihn wirklich so verletzen?“)

Dieses Ereignis hat Boy George in einem Lied verarbeitet, das ich hier mit dem Blickwinkel auf die Erde verwenden möchte.

Die Erde ist seit Millionen von Jahren unsere Heimat. Eine Heimat soll man schätzen, schützen und bewahren. Wenn wir Menschen so mit unserer Heimat, der Erde, umgehen, so sind wir die Polizisten aus Boy Georges Vergangenheit, gewaltsam und verletzend.

Die Erde hat in den vergangenen tausend Jahren die Entwicklung der Menschen ohne jegliche Beeinträchtigung ihrer selbst ermöglicht. Selbst Kriege und Kreuzzüge im Mittelalter sind für die Erde ohne Auswirkung geblieben. Seit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert in Europa bzw. im 20. Jahrhundert in der sogenannten Dritten Welt verletzten wir die Erde:

Selbst die furchtbaren Kriege des 20. Jahrhunderts bewältigte die Erde, indem sie buchstäblich Gras darüber wachsen ließ.

Irgendwann ist die Erde erschöpft, wie ein Mensch nach einem langen Arbeitstag, und kann sich nicht mehr erholen und stirbt langsam.

Dieses Problem erkennen leider nicht so viele Menschen, von manchen wird es sogar als „Fake News“ getwittert. Daher ist es die Aufgabe von uns jungen Menschen, dagegen vorzugehen.

Heutzutage ignorieren wieder viele Menschen die Bitte, die Erde zu bewahren. Welche Zeichen brauchen wir noch, reichen Wirbelstürme, Taifune, Tsunamis, Ausdehnungen der Wüsten und der Trockenzone, Extremwetterlagen und das Schmelzen der Polkappen nicht aus?

Daher sind wir jungen Menschen jetzt dran!

Wir ertragen die Bequemlichkeit der Erwachsenen nicht mehr und können die Ausreden nicht mehr hören.

Man muss nicht auf alles verzichten, aber jeder kann in kleinen Schritten an sich arbeiten.

Die Erde kann zwar nicht reden, das wäre absurd. Doch würde die Erde, wie der Richter, uns Menschen fragen: „Do you really want to hurt me?“, hätten wir eine Antwort darauf?

Marius Gasper, 9a


 Fridays for Future

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“

Mit diesen Worten sind wir, damit meine ich laut Polizei 800 und laut den Organisatoren dieser Demonstration 1700 Teilnehmer am 15. März 2019 vom Bahnhof Ravensburg bis zum Marienplatz gezogen. Trotz des strömenden Regens und der Kälte waren so viele Schüler und Schülerinnen, Studenten und Studentinnen, Eltern und Großeltern gekommen und das aus einem sehr wichtigen Grund: der fehlende Klimaschutz unserer Erde. Ich denke nicht, dass es notwendig ist, die Zahlen und Fakten, die den Klimawandel eindeutig bestätigen, noch einmal aufzulisten. Auch ohne solche Zahlen sollte inzwischen jeder gemerkt haben, dass der Klimawandel existiert – in der Vergangenheit, jetzt gerade in der Gegenwart und, wenn wir nichts dagegen tun, auch in der Zukunft. Zu viele Menschen da draußen, damit mich anfangs nicht ausgeschlossen, schauen einfach nur weg, in der Hoffnung, dass es sie nicht betreffen wird. Doch es wird jeden von uns treffen, jeder wird die fatalen Folgen des Klimawandels zu spüren bekommen, die einen mehr, die anderen weniger. Und genau die Menschen, die am Freitag, den 15. März, weltweit demonstrierten, genau diese Menschen sind es, die mit am stärksten davon betroffen sein werden. Wir gehören zu der Generation, die ihre Zukunft auf dieser Erde verbringen wird! Auch ich hatte mich früher nicht wirklich mit dem Thema Klimawandel auseinandergesetzt, auch an mir sind Themen in den Nachrichten wie „Der Gletscherbestand in der Antarktis hat sich drastisch reduziert“, „Heftige Überschwemmungen vom Senegal bis nach Äthiopien“ oder „Waldbrände in Kalifornien“ nicht spurlos, aber doch ohne Handeln, vorbeigegangen. Doch irgendwann hat es bei mir Klick gemacht und ich habe erkannt, dass es so nicht weitergehen kann. Ich habe mich auf Dinge fokussiert, die für die meisten Menschen ganz banal klingen und um die man sich im Alltag meist keine Gedanken macht. Ich habe meinen Fleischkonsum reduziert, ich verwende statt Plastiktüten meine eigenen Stoffbeutel und ich vermeide To-Go-Becher. All das ist ein erster Schritt in Richtung Besserung. Ab sofort möchte ich noch weitere Dinge ändern und umweltbewusster leben. Doch auch wenn jeder Mensch da draußen diese Dinge ändern würde, reicht das nicht. Es ist die Politik, die etwas ändern muss. Mit den „Fridays-for-Future“-Demonstrationen, initiiert durch die mutige 16-jährige Greta Thunberg, wollen wir die Politiker dazu bewegen, etwas zu ändern, wir wollen Aufmerksamkeit für dieses Thema gewinnen, denn die Zukunft sind wir.

Teresa Stritt, 9a


 Fridays for Future

Was jeder Einzelne für die Umwelt tun kann

„Ich bin so wütend, ich hab sogar ein Schild!“, steht auf einem Plakat bei der Fridays for Future Demonstration am 15.03.2019 in Ravensburg. Die junge Generation geht auf die Straße und kämpft darum, dass das, was die vorherigen Generationen beim Thema Umweltschutz vermasselt haben, gerettet wird. Weil Banner wie „Es ist nicht kurz vor 12, es ist 12!“ oder „This earth is on fire“ ihre Richtigkeit haben, ist es wichtig, dass jeder mit dem Umweltschutz als erstes bei sich selbst anfängt.
Es geht nicht nur darum, auf Demos zu gehen, sondern auch darum, sein alltägliches Leben zu überdenken und den Umweltschutz in den Alltag einzubauen! Ein sehr wichtiger Punkt ist es, Dinge, die es eh schon gibt, so oft wie möglich zu benutzen und nicht einfach (weil sie z.B. wie eine Plastikzahnbürste „schlecht“ für die Umwelt sind) unbenutzt wegzuwerfen. Allerdings ist es genauso wichtig, seine Einkaufsgewohnheiten zu überdenken, sich also z.B. zu fragen, ob man dieses eine Teil wirklich braucht, man zu Wegwerfartikeln nachhaltigere Alternativen findet oder ob man viele Dinge auch einfach komplett weglassen kann, da sie vielleicht sogar relativ unnötig sind.

Einfache Tipps, mit denen man der Umwelt etwas Gutes tun kann:

  1. Keine Lebensmittel wegwerfen (bewusster und organisierter einkaufen)
  2. Mit eigenen Gefäßen einkaufen (Obst und Gemüse in Netzen oder einfach so, Brot in Stofftaschen, Wurst und Käse in Tupperboxen,…)
  3. Öffentliche Verkehrsmittel benutzen (fahren eh), oder noch besser: Fahrrad fahren oder laufen
  4. Regional einkaufen und dadurch auch regionale Unternehmen unterstützen
  5. Gebraucht kaufen
  6. Saisonal einkaufen (dann kommt es auch nicht vom anderen Ende der Welt)
  7. Kaufverhalten überdenken und Konsumwahn stoppen Reduzierung auf das Wesentliche)
  8. Wasch-, Spül- und Putzmittel ohne Chemie verwenden
  9. Fleischkonsum reduzieren
  10. Gute, nachhaltige und lang haltbare Produkte kaufen und dabei am besten Bio- oder Fair-Trade-Konzerne unterstützen

Konkrete Beispiele für nachhaltige Alternativen:

Von Merle Michelberger, 9a


 

Fridays for Future: Streiken für eine gerechte Klimaschutzpolitik

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“

Unser Planet Erde birgt wundervolle Landschaften, Lebewesen und ermöglicht überhaupt die Existenz der Menschheit. Knapp 7,6 Milliarden Menschen leben auf dem „blauen Planeten“. Doch im Moment ist dieser lange nicht mehr so wunderschön, wie er einst war. Vermüllte Meere, Massentierhaltung, Fabrik- und Autoabgase, eine hohe Gefahr für Wetterextreme. Der Klimawandel ist Realität. Wir können ihn nicht leugnen, auch wenn natürlich alle darüber hinweglächeln wollen. Die Erde heizt sich auf und der Mensch trägt dazu entscheidend bei. Aber wir können etwas daran ändern, und deshalb müssen wir handeln, denn unsere Zukunft hängt davon ab. Der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß muss weltweit reduziert und die Erwärmung aufgehalten werden. Die Durchschnittstemperatur darf unter keinen Umständen so ansteigen, dass sie einen Wert von 2 Grad Celsius übertrifft, denn eigentlich wären bereits 1,5 Grad zu viel. Es ist bereits 1 Grad wärmer. Bei 2 Grad hätten wir mit verheerenden Klimafolgen zu kämpfen – Versinken von Inseln und Küstenregionen im Meer, Abschmelzen der Pole, extreme Wetterereignisse, Dürre und Wassermangel. Das sind Fakten, keine Hirngespinste. JETZT haben wir noch die Chance zu handeln, JETZT können wir noch dafür sorgen, dass auch noch andere Generationen auf diesem Planeten leben können. Politiker auf der ganzen Welt MÜSSEN dafür sorgen, dass etwas für den Klimaschutz getan wird. Und die Politik muss uns ernst nehmen und uns zuhören, etwas verändern. Wir demonstrieren. Und mit wir meine ich unsere Generation. Wir Jugendlichen, aber mittlerweile auch Wissenschaftler, Eltern und Großeltern. Wir als Gemeinschaft, als Menschen, die etwas bewegen wollen. Da wir Schüler während der Schulzeit streiken, verweigern wir eines unserer höchsten Güter, das Wissen. Doch das basiert nicht auf Undankbarkeit oder darauf, dass wir unsere Chance auf Bildung nicht wertschätzen. Wir müssen Aufsehen erregen, wahrgenommen werden. Wir hatten die Erkenntnis, das tun zu müssen, weil wir die letzte Generation sind, die noch etwas an der Zukunft ändern kann. Wir haben beschlossen, aufzuhören mit der Ignoranz und dem Wegsehen. Warum Lernen und zur Schule gehen, wenn wir vielleicht gar keine Zukunft haben? Aber wir werden durchhalten. Bis etwas geändert wird. Bis die Politik etwas tut. Bis wir unsere Gewohnheiten ändern. Jeder kann bei sich anfangen. Kleine Schritte führen auch zum Ziel. Weniger Konsum, Fleisch und Plastik, öfter mal das Fahrrad nehmen oder laufen. Man muss nicht unfehlbar sein, denn niemand ist perfekt. Aber es muss etwas verändert werden. Fridays for Future – der Kampf um unsere Zukunft auf diesem Planeten.

Amelie Lutz, 9a

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